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Die Welt ist sich zu ähnlich und das in der Schweiz

Seit nunmehr ca. 35 Jahren - vielleicht nach dem Mauerfall im Jahre1989 in Berlin - verzeichnen wir eine rapide und tiefgehende Angleichung der Lebensweisen und Kulturformen in Europa.

Alle Einkaufsstrassen, alle Hotels, alle Infrastrukturen sehen sich heute ähnlicher als vor der Wende.

H&M, Gucci, Starbucks, Migros, Coop, Aldi, Lidl, Adidas, Nike, DHL, Post und Roger Federer sind überall. Es macht auch keinen Sinn mehr auf einer Reise eine Spezialität, einen Stoff, ein Nahrungsmittel,ein Kunstwerk etc. zu kaufen, es gibt ja alles und überall bei mir im Wohnort - oder ich bestelle es schnell über Zalando oder Amazon. Die Verfügbarkeit der Ressourcen und die Angleichung der Lebensformen kausalieren. Seit die SBB mit Immobilien aus Geld Geld schöpft, kriegst du von Romanshorn bis Genf die gleichen Sandwichs in den Bahnhöfen. Die Lebensweisen gleichen sich an.


Was sehe ich mir heute auf einer Städtereise in Europa noch an? Es sind die alten Kulturen oder die Baukultur unserer Vorfahren die uns interessieren, um einen Hauch der vergangen, sinnlichen und überaus haptischen Stimmungen in diesen Städten einzuatmen. Oder auch um festzustellen, wie unterschiedlich doch mein Wohnort im Vergleich ist. Das Unterschiedliche macht das Salz im Leben aus und nicht das Einheitliche.


Die hohen Standards und Komforts (Luxusbedürfnisse) unserer Lebensweise werden in den Städten übernommen. Die neuen Bauwerke charakterisieren unsere Städte nicht mehr eigenständig. Neue Nutzungen wie Wohnungen, Büros und Gewerbe etc. werden an internationale Standards angepasst, damit auch die neuzeitlichen Nomaden (Expatriate, Expats) von Google, Microsoft, den Banken, Roche, Novartis, Nestle, Johnson&Johnson etc. dazu eingeladen werden können, in diesen Städten/Orten zu wohnen. Starbucks hat weltweit 35'711(2022) fast identische Coffeeshops, warum? Selbst mit der deutschen Sprache verständige ich mich von Portugal bis Polen/Rumänien und von Schweden bis Malta ausgezeichnet. Und wenn es nicht reicht, ist Englisch "save". Alles gleicht sich an. Die Städte werden gleich gemacht.


Ein Angleichungswettbewerb hat sich in Europa in den letzten 35 Jahren manifestiert.

Alte Identitäten und Charaktere der Städte werden stark geschützt, um so den Schein des alten "guten" Lebens zu wahren, der museale Charakter wird stark gefördert. Da können die kleinen Dörfer mit der eigenen Bedarfsdeckung nicht mehr mithalten. In Wahrheit zerfallen diese Dörfer gesellschaftlich und ökonomisch. Dörfer werden sozial entleert und die Menschen gehen. Die Ökologie leidet in den Städten darunter, den die ständige Gier besser zu sein als die andere Stadt entfacht eine neue Art der Bedarfsweckung und begünstigt zeitlich unverzögerte Dynamiken. Der Angleichungswettbewerb findet mit der Bedarfsweckung statt.

Wie gelingt es uns in den Fragen der Nachhaltigkeit einen eigenen Sinn und neue Ideen zu entwickeln und dadurch herauszufinden wie es weitergehen soll? Wie können wir uns aus den Traditionen befreien? Wie schaffen wir es, dass die anderen Länder in Europa unseren Wohlstand erreichen - ohne weiteren ökologischen Schaden anzurichten?


Die Schweiz wird für die Welt gleich gemacht. Hochhäuser in Baden, Altstetten, Aarau und Lausanne, St. Gallen und Chur.



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